Esparato – diese Sprache steht synonym für das Experiment einen gemeinsamen weltweiten Sprach­standard zu entwickeln der, Menschen über Länder­grenzen hinweg verbindet. In dieser Ausgabe des PIO Magazins soll es jedoch nicht um eine gesprochen Sprache gehen, sonder und das verrät der Titel dieser Ausgabe bereits, um eine gemeinsame Designsprache für Objekte.

Ein aktuelles Thema denn mit der Umstellung vom DIY-Keller Bastelei zur Digital­fabrikation auf dem Schreib­tisch haben sich neuer Bedingungen entwickelt. Waren die DIY-­Objekte des predigitalen Zeitalters vor allem aus normierten Baustoffen aus dem Baumarkt gebaut sind die heuten DIY-­Objekte der postindustriellen Ära dieses Standards nicht mehr unterworfen. In der Digitalität lassen sich Dinge beliebig skalieren. So wundert es auch nicht wenn Sie auf Plattform wie dem ‚Thingiverse‘ von ‚MakerBot‘ 10 verschiedene Varianten von ein und demselben Ersatzteil finden.

Das Konzept gemeinsamer Standards in der Gestaltung ist nicht neu. So basiert jedes Web­design auf einer HTML-­Codierung, einer gebräuch­lichen, kostenlosen Text- und Bild­formatierungs­sprache, die es jedem ermöglicht, Webseiten zu erstellen und zu teilen. Seiten wie Wikipedia oder Blogs wie Tumblr bestehen im Grunde genommen aus Standard­vorlagen, die immer wieder ausgefüllt, dupliziert, geteilt und bearbeitet werden können. Auch in der nicht digitalen Welt beeinflussen eine ganze Reihe von Normen und Standards das Design der uns umgebenden Produkte. Anders als im HTML-­basierten Internet sind sie jedoch vielfältiger und oftmals nicht gleich ersichtlich. So kann ein Designer z.B. die Form einer Lampe so frei gestalten, wie er möchte, dennoch muss am Ende des Designprozesses der Stecker der Lampe in die heimische Steckdose passen und auch die Fassung für Leuchtmittel sollte an die marktüblichen Glüh­birnen angepasst sein. Nach der Fertigung nimmt sogar die logistische Infrastruktur weiteren Einfluss auf die Lampe bzw. auf ihre Verpackung, denn diese muss auf das Standardmaß einer ‚Europalette‘ passen, die sich wiederum für den Transport im LKW oder Seecontainer eignen muss. Werden diese Vorgaben eingehalten, kann die Lampe ohne größere Probleme an jeden Ort des Globus transportiert werden. Möglich wird dies durch gemeinsam vereinbarte offene Standards.

Der belgische Gestalter Thomas Lommée hat mit seinem Projekt ‚OpenStructures‘ das Experiment gewagt, einen solchen Standard für die ganzheitliche Gestaltung von Open-Design-Objekten zu entwickeln. Inspiriert durch die Arbeiten von Ken Isaacs ‚Living Structures‘ hat Lommée ein modulares Konstruktionsmodell entworfen, bei dem jeder auf der Grundlage eines gemeinsamen geometrischen Rasters für jeden entwirft. In Lommées Vision wird dadurch eine Art offenes Puzzle geschaffen, das von Heim- und Handwerkern bis hin zur multinationalen Unternehmen die Möglichkeit bietet, eine vielfältige Anzahl modularer Komponenten zu entwerfen, zu bauen und auszutauschen.